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Textsorte

Definition 

Unter einer Textsorte versteht man ein bestimmtes Muster sprachlicher Kommunikation; d.h. Texte lassen sich aufgrund bestimmter typischer Merkmale ordnen. Die Merkmale betreffen Form und Gebrauch eines Textes.

Erläuterung 

Die Form- und Gebrauchsmerkmale lassen sich in innere und äussere Faktoren ordnen:
Zu den inneren Faktoren zählen u.a. Absatzgliederung, grammatische und stilistische Eigenheiten wie auch Wortschatz (z.B. die Verwendung von Fachbegriffen), Rechtschreibung oder die Form des Satzbaus. Das Erscheinungsbild oder Layout eines Textes wird ebenfalls dazu gezählt.
Zu den äusseren Faktoren zählt vor allem die Kommunikationssituation, in der ein Text verwendet wird, aber auch die Rolle der Beteiligten (inkl. → Vorwissen). So lassen sich Texte nach dem Öffentlichkeitsgrad ordnen (privat, öffentlich oder gar offiziell).
Textsorten lassen sich daran erkennen, dass die einzelnen Faktoren unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Allerdings sind nicht alle Textsorten gleichermassen stark normiert.
Bestimmte Textsorten können stärker mit spezifischen → Leseanforderungen verknüpft sein als andere: Literarische Texte regen zum Eintauchen in eine fiktionale Welt ein, während Sachtexte eher verstehendes Lesen erfordern.

Beispiel

Die Textsorte Todesanzeige erscheint typischerweise in (Tages-)Zeitungen. Sie zeichnet sich formal unter anderem durch den schwarzen Rahmen aus. Kontaktanzeigen, die ebenfalls vorzugsweise in Zeitungen erscheinen, weisen andere formale Merkmale auf (dazu zählen typische sprachliche Formulierungen, nicht zuletzt typische Abkürzungen). Für Todesanzeigen gilt, dass die Rechtschreibnormen hoch gewichtet sind, was beispielsweise für Liebesbriefe (glücklicherweise) nicht gilt.

Querverweise  

→ Leseanforderung
→ Sprachwissen
→ Vorwissen aktivieren

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