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Schreibtypen

Definition  Schreibende lassen sich auf der Basis ihrer → Schreibstrategien tendenziell Schreibtypen zuordnen.
Erläuterung  Ortner (2000) unterscheidet zunächst das nicht-zerlegende Schreiben (→ Schreiben in einem Zug) vom (aktivitäts-)zerlegenden Schreiben. Letzteres unterteilt er wiederum in mehrere schreibprozess- und textproduktzerlegende Schreibtypen. Die Grenzen zwischen den einzelnen Schreibtypen sind allerdings nicht trennscharf.
Hay (1984) unterscheidet zwei Hauptstrategien, das prozedurale und programmierte Schreiben: Schreibende des ersten Typs erschaffen sich die Struktur im und durchs Schreiben, Zweitere lösen eine Schreibaufgabe auf der Grundlage eines Plans, einer Skizze. Bräuer (2009) prägte dafür die Begriffe Strukturschaffer und → Strukturfolger.
Beiden Ansätzen ist gemeinsam, dass sie darauf hinweisen, dass die einzelnen Schreibtypen mit spezifischen Vor- und Nachteilen konfrontiert sind. Dies gilt es insbesondere im Rahmen von Schreibberatungen zu berücksichtigen.
Beispiel Girgensohn (2007) hat zu den einzelnen Schreibtypen von Ortner (2000) Aufgaben und Materialien zusammengestellt, die zu Beginn eines Schreibseminars eingesetzt werden können.
Bräuer (2009) setzt für seine Haupttypen eine einfachere Schreibaufgabe ein: --> «Ich bin der Schreibtisch von …»
Querverweise  

→ Schreiben in einem Zug
→ Schreibstrategien
→ strukturfolgendes Schreiben
→ zerlegendes Schreiben

Literatur  

Bräuer, Gerd (2009): Schreiben. In: Gerd Bräuer SCRIPTORIUM. Ways of Interacting With Writers and Readers. A Professioal Development Program. Freiburg i. Brsg.: Fillibach. S. 57–70.

Girgensohn, Katrin (2007): Schreibstrategien beim Stationen Lernen erweitern. Arbeitsmaterial für individualisierte Lernformen in Schreibseminaren.
[http://www.zeitschrift-schreiben.eu/cgi-bin/blog/wp-content/uploads/2007/11/girgensohn_schreibstrategien-beim-stationen-lernen-erweitern.pdf; 22.03.2011].

Ortner, Hanspeter (2000): Schreiben und Denken. Tübingen: Niemeyer. (= Reihe Germanistische Linguistik 214).

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