Das Forschungsjournal als Denkwerkzeug

Das Forschungsjournal als Denkwerkzeug

(Handout für Studierende)

Wenn Sie ein Forschungsprojekt bearbeiten (sei es ein grösseres oder ein kleineres), denken Sie über viele verschiedene ‹Probleme› nach, die sich Ihnen im Verlauf Ihrer Arbeit stellen. Ein Forschungsjournal ist ein ideales Werkzeug, mit dem Sie schreibend nachdenken und für sich Ihre Überlegungen festhalten können.
Das Forschungsjournal ist eine wichtige und nützliche Quelle, wenn Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit aufbereiten und veröffentlichen wollen.

Während «Ideen-Magazine», Notizhefte oder Ähnliches ein freies Experimentierfeld sein sollen, in dem Ideen, Einfälle etc. aller Art entwickelt und aufgeschrieben werden können (s. Ideen-Magazin), ist ein Forschungsjournal in erster Linie projektgebunden. Forschungsjournale eignen sich sowohl für theoretische wie auch für empirische Arbeiten:

  • In einem Forschungsjournal halten Sie den Fortgang Ihrer Arbeit, Ihre Beobachtungen und Überlegungen, Ihre Zweifel und Fragen, Änderungen Ihres ursprünglichen Planes und Ähnliches fest.
  • Im Forschungsjournal behalten Sie die Übersicht: Sie können Ihre Überlegungen jederzeit nachlesen (manchmal weiss man z.B. nicht mehr, weshalb man sich in einem bestimmten Fall so und nicht anders entschieden hat); bei Bedarf kann man diese auch wieder kritisch hinterfragen.
    Wenn Sie Ihr Projekt beendet haben, können Sie so Ihren Arbeitsprozess von der Entwicklung der → Fragestellung über Literaturrecherchen, methodische Entscheidungen, Auswertungen bis hin zu Ihren Interpretationen besser überblicken.

 

Forschungsjournale und Ideen-Magazine schliessen sich also nicht aus, sondern können sich mit ihren eigenständigen Funktionen und Anwendungsbereichen sogar gut ergänzen.

Während ein Ideen-Magazin relativ formlos geführt werden kann, haben sich für Forschungsjournale bestimmte Formate und Vorgehensweisen bewährt:

  1. Ein stabiles ‹Heft› oder Ringbuch mit Einlagen (mindestens A5) ist zu empfehlen. Bewährt haben sich Vorlagen, die eine Übersichtlichkeit erleichtern:
    • Datumsfeld
    • Breite Spalte für die eigenen Überlegungen, Fragen, Zweifel etc.
    • Schmalere Spalte für eigene Kommentare, Verweise auf andere Seiten im Forschungsjournale, Hinweise auf Sekundärliteratur etc.
    Wenn Ihnen die ‹elektronische› Verarbeitung besser liegt, legen Sie am besten eine entsprechende Datei an: Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Sie Textbausteine daraus leichter weiter verarbeiten können.

    Vorlage Forschungsjournal

  2. Legen Sie für jeden Tag, an dem Sie an Ihrem Projekt arbeiten, einen neuen Eintrag an. Wenn Sie den Eindruck haben, an einem Tag keine nennenswerten Überlegungen angestellt zu haben, halten Sie dennoch fest, was Sie gemacht haben: Zu einem späteren Zeitpunkt kann sich dies durchaus als relevant oder vielleicht auch fragwürdig herausstellen.
  3. Forschungsjournale schreiben Sie für sich selbst, damit Sie sich den Weg, den Sie gegangen sind, bewusst und so auch einer eigenen kritischen Bewertung zugänglich machen können.
    Formale Anforderungen wie korrekte Rechtschreibung u.Ä. können Sie in einem Forschungsjournal für einmal also ruhig vernachlässigen.
  4. Wenn Sie zusätzlich zu einem Forschungsjournal auch eine ‹offiziellere› Dokumentation erstellt haben, können Sie daraus schöpfen, wenn es gilt, Ihre Arbeit für andere schriftlich aufzubereiten.

 

Zwei (fiktive) Beispiele:

foschungsjournal_bsp01.jpg

foschungsjournal_bsp02.jpg

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