Zitieren: Spezialfälle

Lehrpläne

 

 

Das Verwenden des Kürzels beim «Autor» hat den Vorteil, dass man im Lauftext eine einfachere Quellenangabe machen kann. Also z.B.: «Im Lehrplan Gestalten heisst es, dass … » (vgl. BKS 2010: 52). Wichtig ist einfach, dass die Namen im Lauftext und im Literaturverzeichnis übereinstimmen, damit die LeserInnen auch die Quellen wiederfinden.

 

Fehlende Angaben

 

Prinzipiell gilt, dass fehlende Angaben bei den Quellenangaben vermerkt werden:

– Ohne VerfasserIn (o.V.); auch Ohne AutorIn (o.A.) oder Anonymus (Anon)

– Ohne Jahr (o.J.)

– Ohne Ort (o.O.)

– Ohne Seitenangaben (o.S.)

  • Quellenverzeichnis: O.V. (o.J.): [Titel]. …
    Kurzzitation: (o.V. o.J.: o.S.)

 

Wichtig: Nicht selten ist die Zitierwürdigkeit von Publikationen mit fehlenden Angaben sehr beschränkt. Insbesondere die AdressatInnen können bei solchen Angaben die Verlässlichkeit einer Quelle nur sehr schwer oder gar nicht einschätzen.

 

Angabe von Auflage und ältere Originalausgabe

 

  • Piaget, Jean (2010): Meine Theorie der geistigen Entwicklung. Hrsg. v. Reinhard Fatke. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. (= Beltz-Taschenbuch Psychologie 142). [Zuerst erschienen als: Piaget, Jean (1970): Piaget's theory. In: Paul Henry Mussen (Hrsg.) (1970): Carmichael's manual of child psychology. New York: Wiley. S. 703–732].

 

  • Piaget, Jean (1970/2010): Meine Theorie der geistigen Entwicklung. Hrsg. v. Reinhard Fatke. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. (= Beltz-Taschenbuch Psychologie 142).

 

Übersetzungen

 

Handelt es sich bei der zitierten Publikation um eine Übersetzung, dann wird üblicherweise der Übersetzer, die Übersetzerin angegeben.

  • Woolfolk, Anita (2008): Pädagogische Psychologie. Übers. von Ute Schönpflug. 10. Aufl. München: Pearson Studium.

 

Falls die Originalpublikation und die Übersetzung zeitlich weit (oder entscheidend) auseinanderliegen, ist ein Hinweis auf die Originalausgabe angezeigt (s. auch oben).

  • Erikson, Erik H. (1994): Identität und Lebenszyklus. Übers. von Käte Hügel. 14. Aufl. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. [Original erschienen 1959: Identity and the Life Cycle].

Ist im Lauftext das Erscheinungsjahr des Originals entscheidend, kann in der Kurzzitation entsprechend darauf verwiesen werden: «Erikson (1959/1994) beschreibt ...».

 

Zitieren aus E-Books


E-Books können prinzipiell wie gedruckte Publikationen behandelt werden. Wenn online auf sie zugegriffen wird, muss wie bei allen Internetquellen die Adresse der Website und das Datum des letzten Zugriffs angegeben werden.

 

E-Books werden teilweise in einem dynamischen Format angeboten (z.B. EPUB). Das bedeutet, dass das Seitenlayout variabel ist und es insbesondere keine fixen Seitenzahlen gibt. Die Paginierung ist abhängig von den jeweiligen Anzeigeeinstellungen. Um den Lesenden dennoch möglichst präzise Angaben zur zitierten Stelle machen zu können, empfiehlt es sich, bei den Kurzzitationen Kapitelnummern anzugeben.

  • Phillip (2012: Kap. 2.5)

Damit klar wird, warum keine Seitenzahlen angegeben werden, sollte beim entsprechenden Eintrag im Quellenverzeichnis der Medientyp vermerkt werden.

  • Philipp, Maik (2012):Besser lesen und schreiben. Wie Schüler effektiver mit Sachtexten umgehen lernen [E-Book]. Stuttgart: Kohlhammer. (= Schulpädagogik).

Ausführlicher dazu die Empfehlungen von Manschwetus (2015).

 

Zitieren aus E-Mails


Bezüglich dem Zitieren von E-Mails gibt es keine absolut verbindliche Richtlinie.

 

Schema:
{Nachname}, {Vorname} ({Jahr]}): {Betreff}. [E-Mail]. [{E-Mail-Adresse}; {Datum}].

 

  • Mezger, Res (2012): AW: zitieren von e-mails? [E-Mail]. [schreibberatung.ph@fhnw.ch; 17.4.2012].

 

Im Lauftext ist die Kurzzitation (Mezger 2012) theoretisch ausreichend. U.U. ist es aber von Vorteil, dass Ihre Lesenden bereits im Lauftext wissen, dass die zitierten Aussage nicht aus einer wissenschaftlichen Publikation bzw. einer veröffentlichten Quelle stammen. Insofern bietet sich ein entsprechender Hinweis an:

  • Gemäss einer persönlichen Mitteilung von Res Mezger, Schreibberater der Pädagogischen Hochschule FHNW, gibt es bezüglich dem Zitieren von E-Mails keine absolut verbindliche Richtlinie (Mezger 2012). Mezger (2012) führt im Weiteren aus, dass ...

 

Persönlicher Kommentar

 

Persönliche Kommentare tauchen in wissenschaftlichen Publikationen nur ausnahmsweise und vor allem von Personen auf, die an einem bestimmten Thema arbeiten und die entsprechenden Ergebnisse noch nicht publiziert haben. Es finden sich auch gelegentlich Kommentare von Koryphäen eines Fachgebiets.


Im Lauftext wird der Name der Quelle genannt und in Klammer «(persönlicher Kommentar)» oder etwas Ähnliches angegeben. Dabei ist darauf zu achten, dass den Lesenden die kommentierende Person bekannt sein muss oder bekannt gemacht werden muss.


Im Quellenverzeichnis müssen diese Quellen nicht noch einmal aufführen.

 

Zitieren einer Vorlesung/eines Vortrags

 

In der Regel wurden die Inhalte aus solchen Veranstaltungen auch irgendwo publiziert. Tipp: Schauen Sie deshalb auf der persönlichen Homepage des Referenten, der Referentin nach.

 

 

Schema für Vorlesung:
{Nachname}, {Vorname} ({Jahr}): {Vorlesungstitel}. (Vortrag, {Datum}). {Ort}: {Institution o.Ä.}.

 

  • Bachmann, Thomas (2012): Schreibaufgaben mit Profil – Schreiben in allen Fächern. (Vortrag, 26.4.2012). Basel: Forschungs- und Studienzentrum Pädagogik.

 

Unveröffentliches Manuskript

 

  • Gut, Franziska (2012): Notizen zu Teamsitzung … vom 01.01.2012. (Unveröffentlichtes Manuskript).

 

Zitieren eines Tweets (Twitter)

 

Tweets haben sicherlich nur eine winzig kleine Bedeutung als Quellen für → wissenschaftliches Schreiben. Arbia (2012) hat sich dennoch Gedanken dazu gemacht. Für das folgende Beispiel wurde sein Vorschlag leicht verändert:

 

  • Schreibberatung PH FHNW (SchreibenPH): Mit einem Augenzwinkern kurz vor Pfingsten: Wie werden Tweets «richtig» zitiert: 17.5.2013. [Tweet]. [https://twitter.com/SchreibenPH/status/335408684001812481; 17.05.2013].
Diese Seite als PDF